Vision
HISTONETICA ist ein langfristig ausgerichtetes, gemeinwohlorientiertes Forschungsprojekt. Ziel ist der Aufbau eines offenen, relationalen Forschungsraums zur Untersuchung historischer Wissenszusammenhänge.
Im Zentrum steht eine relationale Datenbank, in der historische Texte, Quellen und Metadaten nicht isoliert erfasst, sondern systematisch miteinander verknüpft werden. Sie sind als Volltexte zugänglich, stets auf ihre Originale referenziert und in ihren historischen, sozialen und institutionellen Beziehungen analysierbar.
HISTONETICA versteht Wissen als vernetztes Gefüge. Bedeutung entsteht nicht allein aus einzelnen Dokumenten, sondern aus ihren Beziehungen zueinander – zwischen Personen, Orten, Institutionen, Begriffen und Diskursen. Ziel ist es, diese Zusammenhänge über nationale, sprachliche und disziplinäre Grenzen hinweg sichtbar und erforschbar zu machen.
Ein zentraler Anspruch ist die Demokratisierung von Forschung – nicht durch Vereinfachung, sondern durch Zugänglichkeit. Historische Texte sollen perspektivisch mehrsprachig nutzbar sein, unterstützt durch KI-basierte Übersetzungen, ohne das Original zu ersetzen oder zu verfälschen. Forschung kann so in der jeweiligen Arbeitssprache erfolgen und bleibt zugleich transparent mit der Quelle verknüpft.
HISTONETICA ist ein Non-Profit-Projekt. Es verfolgt keinen kommerziellen Zweck und zielt weder auf die Aneignung archivischer Bestände noch auf deren uneingeschränkte Veröffentlichung. Ziel ist es, Forschung über institutionelle, nationale und sprachliche Grenzen hinweg zu ermöglichen – in einem geschützten, forschungsorientierten Rahmen.
Der Forschungsraum ist zugleich als sozialer Prozess gedacht. Wo möglich, soll Forschung inklusiv gestaltet werden und Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten an der Erschließung, Strukturierung und Analyse historischer Daten mitwirken können. Wissenschaftliche Qualität, soziale Verantwortung und Inklusivität werden dabei als sich gegenseitig stärkende Prinzipien verstanden.
HISTONETICA versteht historische Forschung als kollektiven, sozialen Erkenntnisprozess – jenseits institutioneller, sprachlicher und nationaler Grenzen.
Entwicklung
Aktive Forschungsinfrastruktur
Die Arbeit an HISTONETICA konzentriert sich aktuell auf den laufenden Betrieb und die Weiterentwicklung zweier komplementärer relationaler Datenbanksysteme, die unterschiedliche, sich ergänzende Zugänge zur historischen Forschung ermöglichen.
HISTONETICA-Archiv
Das HISTONETICA-Archiv bildet einen relationalen Forschungsraum für historische Texte und Quellen. Texte werden als Volltexte erfasst, dauerhaft mit ihren Originalen referenziert und in ihren historischen, sozialen und institutionellen Bezügen systematisch relationierbar gemacht.
Der Schwerpunkt liegt auf der textbasierten Erschließung, Analyse und Kontextualisierung historischer Wissenszusammenhänge.
Relationale Forschungsdatenbank (institutionelle Prozesse)
Parallel dazu wird eine relationale Forschungsdatenbank betrieben, die konkrete historische Arbeits- und Organisationsprozesse modelliert. Sie umfasst unter anderem Daten zu Akquise, Entlehn- und Verleihverkehr sowie institutionellen Beziehungen von Herbarien der Universität Wien (WU) und des Naturhistorischen Museums Wien (W).
Der Fokus liegt hier auf strukturell-institutionellen Beziehungen und langfristigen Prozesszusammenhängen.
Beide Systeme verfolgen unterschiedliche methodische Zugänge, sind jedoch funktional aufeinander abgestimmt und parallel in Nutzung. In ihrer Kombination ermöglichen sie die Analyse historischer Wissenszusammenhänge sowohl textbasiert als auch strukturell-institutionell und bilden damit den zentralen Arbeitsrahmen der aktuellen Forschungstätigkeit von HISTONETICA.
Anwendung, Erprobung und Ausbau
Auf Grundlage der bestehenden, funktionsfähigen Forschungs- und Systembasis konzentrieren sich die nächsten Arbeitsschritte auf Anwendung, Erprobung und gezielten Ausbau der Infrastruktur im Rahmen konkreter Forschungsvorhaben.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der praktischen Nutzung der entwickelten Software- und Analyseumgebung in pilotbasierten Forschungsprojekten. Erst im realen Einsatz – von der Verarbeitung historischer Schriftstücke über relationale Modellierung und Suche bis hin zu Analyse, Visualisierung und wissenschaftlicher Publikation – lassen sich Workflows validieren, optimieren und methodisch absichern.
Geplante Arbeitsschwerpunkte sind:
Entwicklung ergänzender Softwarekomponenten, insbesondere zur modellbasierten Schrifterkennung und zum Training eigener Modelle für historisch und sprachlich anspruchsvolle Schriftformen
Vorbereitung und Durchführung erster pilotbasierter Forschungskooperationen, in deren Rahmen die bestehende Infrastruktur projektbezogen eingesetzt, getestet und weiterentwickelt wird
Erprobung und Konsolidierung vollständiger Forschungsworkflows, von der automatisierten Verarbeitung historischer Quellen über relationale Analyse bis zur Publikation der Ergebnisse
Konsolidierung und punktuelle Erweiterung der technischen Infrastruktur, einschließlich Hardware- und Systemkomponenten, um datenintensive Forschungsprozesse langfristig abzusichern
Aufbau tragfähiger personeller und organisatorischer Strukturen, um die Weiterentwicklung des Projekts über individuelle Kapazitätsgrenzen hinaus zu ermöglichen
Diese Phase markiert den Übergang von der Entwicklung einzelner Komponenten zur systematischen Anwendung der Infrastruktur in realen Forschungskontexten und bildet die Grundlage für eine nachhaltige, kooperative Weiterentwicklung von HISTONETICA.
Projektaktivitäten & Meilensteine
2026
Veröffentlichung der HISTONETICA-Webseite als zentrale Projekt- und Kommunikationsplattform
Veröffentlichung des Concept Papers als methodische und konzeptionelle Grundlage von HISTONETICA
2025
Gründung des gemeinnützigen Vereins HISTONETICA
Aufbau und Inbetriebnahme einer eigenständigen technischen Forschungsumgebung
Ausarbeitung und Konsolidierung des Konzepts HISTONETICA als langfristige Forschungsinfrastruktur
2024
Beginn des Dissertationsprojekts (Universität Wien) unter Nutzung und Weiterentwicklung der bestehenden relationalen Forschungsinfrastruktur
Abschluss des Masterstudiums (Universität Wien)
2023
Abgabe der Masterarbeit (Universität Wien)
Beginn des systematischen Aufbaus relationaler Datenbestände als methodischer Ausgangspunkt der späteren Infrastruktur
Grundlegende Arbeitsprozesse
Die genannten Meilensteine beruhen auf umfangreichen konzeptionellen, technischen und organisatorischen Arbeitsprozessen, darunter:
Konzeption und Ausarbeitung des relationalen Forschungsansatzes
Entwicklung und Implementierung softwarebasierter Module zur Datenmodellierung, Erschließung und Analyse
Aufbau und Betrieb einer eigenständigen Linux-basierten Forschungsumgebung
Entwicklung, Strukturierung und Pflege relationaler Datenbestände
Verschriftlichung methodischer und konzeptioneller Grundlagen
Konzeption, Gestaltung und technische Umsetzung der HISTONETICA-Webseite
Vorbereitung wissenschaftlicher Veröffentlichungen und öffentlicher Projektkommunikation