Histonetica_Schriftzug
Das Archiv ist eine produktive relationale Forschungsinfrastruktur

Was das Archiv ist

Das HISTONETICA-Archiv unterscheidet sich grundlegend von klassischen Archiven. Es ist keine Sammlung statischer Dokumente, sondern eine relationale Datenumgebung, in der historische Quellen als maschinenlesbare Volltexte mit ihren Metadaten erfasst werden.

Dokumente werden nicht nur zugänglich gemacht, sondern systematisch verknüpft – mit Personen, Orten, Institutionen, Begriffen und Ereignissen. So entsteht ein Bedeutungsraum, der historische Forschung über disziplinäre und sprachliche Grenzen hinweg ermöglicht.

Das Archiv ist damit keine Ablage, sondern eine Forschungsinfrastruktur: ein Werkzeug, um Geschichte nicht isoliert, sondern als Beziehungsraum zu analysieren.

Architektur und Perspektiven

Technische Architektur

Die technische Struktur des HISTONETICA-Archivs ist implementiert, getestet und funktionsfähig. Das System basiert auf relationalen Datenbanken und einer leistungsfähigen Volltext- und Suchinfrastruktur, die komplexe Abfragen und relationale Analysen ermöglicht. Eigene Werkzeuge unterstützen die kontrollierte Digitalisierung historischer Quellen – von der OCR-Erfassung bis zur strukturierten Verknüpfung von Inhalten. Die Architektur ist darauf ausgelegt, historische Quellen nicht isoliert zu speichern, sondern ihre Beziehungen systematisch abzubilden. Die Qualität des Archivs wächst mit seiner Tiefe: Je mehr Daten integriert werden, desto dichter und aussagekräftiger werden die rekonstruierbaren historischen Beziehungsräume.

Aktueller Stand

Das HISTONETICA-Archiv operiert derzeit als produktive Forschungsumgebung im Rahmen laufender wissenschaftlicher Arbeiten. Die Infrastruktur ist stabil im Einsatz und wird kontinuierlich erweitert. Aktuell dient das Archiv der systematischen Erschließung und Analyse ausgewählter Quellenbestände. Parallel dazu werden Datenmodelle, Erfassungsprozesse und Analysepfade weiterentwickelt und erprobt. Die nächste Entwicklungsphase zielt auf eine schrittweise institutionelle Öffnung ab – durch Kooperationen mit Archiven, Pilotbestände und gemeinsame Forschungsprojekte.

Mehrsprachiger Zugang

Das HISTONETICA-Archiv folgt dem Prinzip der Volltexterschließung. Alle Dokumente liegen sowohl in ihrer ursprünglichen Form als auch als maschinenlesbare, strukturierte Texte mit relationalen Metadaten vor. Durch KI-gestützte Übersetzungen können Inhalte in mehrere Sprachen übertragen werden, ohne die Originale zu ersetzen oder zu verfälschen. Nutzer:innen arbeiten stets mit den originalen Quellen, während Übersetzungen den Zugang erweitern. So entsteht ein Archiv, das nicht nur technisch, sondern auch sprachlich inklusiv ist und historische Forschung über nationale und disziplinäre Grenzen hinweg ermöglicht.

Ausblick

In den kommenden Entwicklungsphasen soll das Archiv schrittweise geöffnet und erweitert werden. Ziel ist der Aufbau einer dauerhaft nutzbaren relationalen Forschungsumgebung für kooperative, institutionenübergreifende Forschung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die bloße Vergrößerung von Beständen, sondern die vertiefte Modellierung historischer Zusammenhänge. Das Archiv soll historische Quellen nicht nur bewahren, sondern in Beziehung setzen und dadurch neue Perspektiven auf Geschichte eröffnen.